Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

GigaMesh im Haft Tappeh Projekt

Mit Dr. Hubert Mara als Geschäftsführer des mainzed kam auch eine Software an die Hochschule Mainz, die für die Anwendung im Haft Tappeh-Projekt wie geschaffen ist: die Software GigaMesh.

Um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektes in die Software einzuführen, luden sie Hubert Mara Ende Oktober 2020 zu einem Workshop ein. Dieser fand im kleinen Rahmen und unter Einhaltung der gebotenen Hygienevorschriften in den Räumlichkeiten der Altorientalistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt.

Was ist GigaMesh und welche Möglichkeiten bietet es? GigaMesh ist ein Open Source Software Framework, mit dessen Hilfe man 3D-Messdaten anzeigen, bereinigen, analysieren und visualisieren kann. Das Besondere an GigaMesh ist, dass es – im Vergleich zu anderer 3D-Bearbeitungssoftware – speziell im Hinblick auf die Bedürfnisse objektorientierter geisteswissenschaftlicher Forschung entwickelt wurde. Der Name des Software Frameworks errinnert an eine bekannte literarische Figur des Alten Orients: Gilgameš, der König von Uruk, dessen Suche nach Unsterblichkeit ihn bis an das Ende der bekannten Welt geführt hat.

Für Forschungsprojekte, die auf 3D-Messdaten von Keilschrifttafeln oder Inschriften basieren, bietet GigaMesh diverse hilfreiche Möglichkeiten, die Lesbarkeit von Zeichen oder Werkzeugspuren zu verbessern. So lassen sich schrifttragende Objekte nach eigenen Bedürfnissen bearbeiten und visualisieren. Dafür gibt es eine Reihe von Optionen im Menüpunkt Colorramp und gängie Einstellung zur Darstellung von archäologischen Objekten als Shortcuts in der Toolbar. GigaMesh bietet damit die Chance, selbst stark beschädigte oder aus anderen Gründen schwer lesbare Tontafeln leichter zu entziffern. Besonders praktisch ist der direkte Export von massstabsgetreuen Screenshots im PDF Format mittels LaTeX. Damit können mit wenigen Mausklicks publizierbare Ansichten von Keilschrifttafeln generiert werden, die sich leicht zu einem Katalog zusammenführen lassen. Grundlegende Information wie Abmessungen, erfasste Oberfläche und Punktdichte werden ebenfalls exportiert.

Während die Analyse von Keilschrifttafeln einen wesentlichen Grundstein für die Entwicklung von GigaMesh bildete, stehen weitere nützliche Funktionen für die Bearbeitung von archäologischen Keramikfunden zur Verfügung. Dazu gehören die Möglichkeiten zur Abrollung von konischen, zylindrischen oder kugelförmigen Gefäßen. Dies wird durch eine rasche Berechnung und Export von Profilschnitten als Vektorgraphiken (SVGs) bereichert. Inspiriert durch das Haft Tappeh Projekt wurde GigaMesh um den Export von technischen Metadaten als TTL, XML und JSON-LD erweitert.

GigaMesh bietet zahlreiche weitere Möglichkeiten und wird in einer Reihe von Projekten etwa in der klassischen Archäologie oder der Altamerikanisitk eingesetzt. Es stehen Pakete für die Linux-Distributionen Manjaro und Ubuntu zur Verfügung. Hinzu kommt eine portable Version für Windows. Eine Reihe von Tutorial-Videos erklären den Umgang mit GigaMesh. Neuigkeiten zu GigaMesh sind bei Twitter zu finden. 

 

Eckdaten

Mitteilung vom 30.11.2020
Contact Person:
  • – Dr. Eva-Maria Huber, Institut fĂĽr Altertumswissenschaften, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • – Tim Brandes, M.A., Institut fĂĽr Altertumswissenschaften, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • – Ali Zalaghi, Institut fĂĽr Altertumswissenschaften, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Titelbild:
  • Dr. Hubert Mara beim Workshop, Foto: Dr. Eva-Maria Huber (JGU), CC BY-SA 4.0

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