Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik
Hochschule Mainz - University of Applied Sciences

Grabdenkmäler aus Augusta Treverorum, digital vernetzt

Ziel dieses vom BMBF geförderten Projekts ist es, drei umfangreiche Materialkomplexe, die Informationen zu römischen Grabdenkmälern aus Augusta Treverorum und Neumagen beinhalten, zu digitalisieren und der wissenschaftlichen Community zur Verfügung zu stellen. Durch die Analyse der Monumente als mediale Ensembles, des figürlichen und ornamentalen Dekors, der Architektur und Inschriften soll die Beantwortung zentraler Forschungsfragen ermöglicht werden. Darüber hinaus trägt das BMBF-geförderte Projekt wesentlich zur Klärung bisher kaum beachteter Fragestellungen bei, die einen neuen Blick auf die Grabdenkmäler und ihre historische Kontextualisierung eröffnen und deren Bearbeitung ein echtes Forschungsdesiderat darstellt.
Motivation: 

Das BMBF-geförderte Projekt „Grabdenkmäler aus Augusta Treverorum, digital vernetzt“ knüpft thematisch eng an das DFG-Projekt „Römische Grabdenkmäler aus Augusta Treverorum im überregionalen Vergleich: mediale Strategien sozialer Repräsentation“ an, bei dem das i3mainz für die 3D-Digitalisierung der Grabdenkmäler zuständig ist.

Bei den Recherchen zum DFG-Projekt stießen die Archäologen auf zahlreiche Neufunde. Eine Aufarbeitung der neu entdeckten Bestände ist zur Klärung wesentlicher Forschungsfragen essentiell. Als Voraussetzung hierfür werden drei umfangreiche Materialkomplexe erstmals systematisch digitalisiert und der Wissenschaft zugänglich gemacht.

Es handelt sich zum einen um rund 22.000 Glasplattennegative mit Aufnahmen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Dieser Bildbestand dokumentiert die Grabdenkmälern zum Zeitpunkt ihrer Auffindung und Bergung.

Ein weiterer Objektbestand umfasst etwa 100 Fragmente treverischer Grabdenkmäler, die sich im Raum Neumagen und Umgebung befinden.

Außerdem lagern in Archiven des Trierer Raumes historische Zeichnungen und Skizzenbücher, frühneuzeitliche Druckwerke und Ortsakten, die ca. 100 heute verlorene römische Grabmäler abbilden.

 

Activities: 

In einer ersten Kampagne vom 23.07.2018 bis 15.10.2018 digitalisierten die studentischen Mitarbeiter Marcel Ebert, Alexander Bär und Yassine Tahiri ca. 20500 Glasplattennegative. Die Studenten arbeiteten an einem eigens dafür konstruierten Diffusortisch mit daran befestigter und ausgerichteter digitaler Spiegelreflexkamera, einer Nikon D800 mit Ringblitzkonstruktion, und vorgefertigten Schablonen zum Anlegen der Negative. Die Kamera steuerten sie über die Software DigiCamControl.

Zur Sicherung der Archivnummern wurde zu jedem Negativ eine Aufnahme mit HĂĽlle und darauf notierter Archivnummer und eine ohne HĂĽlle angefertigt. Parallel dazu ĂĽberprĂĽften die Studenten die Namen der Bilder mit einem Excelmakro, um sicher zu stellen, dass die auf den Folien gezeigte Nummern zu den vorgesehenen Namen passten.

Im Laufe der Arbeiten fiel auf, dass ca. 200 der Platten beschädigt sind. Bei manchen löst sich die Bildseite vom Glasuntergrund ab, einige der Platten sind gebrochen. Sehr alte Aufnahmen verblassen so stark, dass die Abbildung kaum noch zu erkennen ist. Ca. 1000 Abbildungen sind nicht auf Glas aufgebracht, sondern auf Fotofolien.

Die noch nicht digitalisierten Negative sollen im Februar 2019 aufgenommen werden.
 

Basic Information

Period:     01.05.2018 - 30.04.2020
  • – Prof. Dr. Anja Klöckner, Institut fĂĽr Archäologische Wissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
  • – Prof. Dr. Markus Scholz, Institut fĂĽr Archäologische Wissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
  • – Prof. Dr. Reinhard Förtsch, Deutsches Archäologisches Institut, Berlin
  • – Dr. Marcus Reuter, Rheinisches Landesmuseum Trier (RLM)
  • – Dr. Karl-Uwe Mahler, Institut fĂĽr Archäologische Wissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
Cooperation:
  • – Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • – Rheinisches Landesmuseum Trier
  • – Deutsches Archäologisches Institut (DAI)
  • – Bundesministerium fĂĽr Bildung und Forschung (BMBF)
Titelbild:
  • Alexander Bär bei der Arbeit im Rheinisches Landesmuseum Trier (RLM), Foto: Marcel Ebert

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